Seltenerd-Konferenz in Hongkong (66)

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Die allgemeine Stimmung war im Vergleich zu den vergangenen Jahren spürbar aufgehellt. Obwohl die Preise in den letzten Wochen wieder etwas nachgegeben haben, ist der positive Trend im Jahr 2017 unverkennbar. Die Ursachen liegen hauptsächlich im deutlich steigen-den Bedarf für Magnetmetalle sowie der Tatsache, dass immer weniger illegales Material in den Markt kommt.

Verschiebung von Marktanteilen

Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat sich die australi-sche Lynas im Markt etablieren können. In der Folge ist der Anteil chinesischer Ware auf 83% zurückgegangen. Das ist noch immer erheblich, doch immerhin waren es in 2011 noch fast 95%. Laut Pol Le Roux, Vice President von Lynas, liefert man inzwischen mehr als 20% des weltweiten Bedarfs der für Magnete essentiellen Metal-le Neodym und Praseodym.

Maßnahmen gegen Illegalität

Die Marktanalysten von SMM berichten von zunehmen-den Erfolgen im Kampf gegen illegale Aktivitäten. Der Anteil illegalen Materials habe sich innerhalb der letzten 12 Monate nahezu halbiert. Nach erfolgreicher Konso-lidierung von ca. 400 Einzelunternehmen in 6 staatlich geführte Unternehmensgruppen zeigt u.a. das System zur Rückverfolgbarkeit eingesetzter Rohstoffe zuneh-menden Erfolg. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem droht die Stilllegung seiner Anlagen. Eine Vielzahl von Fabriken wurde inzwischen geschlossen.

Wachstumstreiber Magnete

Neue Technologien verlangen zunehmend den Einsatz von Permanentmagneten. E-Fahrzeuge spielen dabei eine Hauptrolle. Liefen in 2016 noch ca. 500.000 E-Autos vom Band, sollen es bis 2020 bereits 2 Mio. Fahrzeuge sein. Das Erreichen der 10 Mio.-Marke wird bis spätestens 2025 erwartet. Ein typisches E-Auto braucht bis zu 1 kg Seltene Erden. Auch Windkraftanlangen brauchen Permanentmagnete. Zur Herstellung von nur 1 MW braucht man ca. 200 kg Praseodym bzw. Neodym. Nicht zu vergessen die Revolution von Aufzugstechno-logien. Statt Stahlseilen setzt man zukünftig auf Linear-motoren, die mit Seltenerd-haltigen Magneten arbeiten. Fahrgäste müssen dann nur noch max. 30 Sekunden auf den nächsten Aufzug warten; unabhängig von der Höhe des Gebäudes.

Neue Minen

Zur Hochpreis-Phase in den Jahren 2011/2012 drängten noch mehr als 200 neue Projekte in den Markt. Doch inzwischen sind es weniger als zehn, die überlebt ha-ben. Ob es neben der australischen Lynas auch weitere Unternehmen schaffen, bleibt offen. Die großen Heraus-forderungen bleiben Wirtschaftlichkeit und Umweltau-flagen.

Überkapazitäten Cer

Große Sorgen bereitet das Element Cer. Durchschnittlich enthalten Erze ca. 40% Cer, aber nur 20% der Mag-netmetalle Praseodym und Neodym. Schon heute gibt es für Cer einen deutlichen Produktionsüberhang. Um jedoch dem steigenden Bedarf an Magnetmetallen gerecht zu werden, wird zwangsläufig noch mehr Cer aus den Produktionsanlagen kommen. Ein Teufelskreis! Entweder es gelingt, neue Anwendungen für Cer zu finden, oder die Cer-relevanten Kosten werden auf alle anderen Seltenerd-Metalle verteilt, was diese zwangs-läufig verteuern wird.

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